Das Wort "Egel" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "kleine Schlange". Das Besondere am Blutegel ist u.a. die Struktur und Funktion der Kieferleiste! Die Blutegeltherapie gehört zu den ältesten Therapieverfahren, die wir kennen. Aus diesem Grund ist der Erfahrungsschatz so profund.

Um die Wirkungsweise des Blutegels zu verstehen, muss man sich mit ihrem Gebiss auseinandersetzen. Der Biss ist sternförmig (man redet hier gerne vom Mercedesstern), und wird durch ca. 80 Kalkzähne verursacht, die sich in die Haut graben, um zum Blut zu gelangen.

Durch Öffnungen zwischen den Zähnen wird Saliva (Blutegel Speichel) abgegeben. Diese Saliva enthält ca. 70 überwiegend schmerzstillende, entzündungshemmende und blutverdünnende Wirkstoffe. Unter anderem sind das Hirudin (der Hauptwirkstoff sorgt für die Hemmung der Blutgerinnung), Calin (eine ebenfalls für die Blutgerinnung verantwortliche Substanz im Speichel und bewirkt das Nachbluten der Wunde) Hyaluronsäure (entzündungshemmend). Somit wird direkt an Ort und Stelle ein entzündungshemmender Wirkstoff injiziert, ohne dass gespritzt werden muss.

Der Behandlungserfolg hängt u.a. von der Intensität, der Stetigkeit, der Stärke und der Dauer des Nachblutens ab. Es werden aus den kleinen Wunden Substanzen, wie z.B. Histamin, ausgeschwemmt, die einen schnelleren Heilvorgang unterstützen. Es kann zu mehreren Stunden anhaltenden Nachblutungen kommen, was gleichzeitig die Wunde von Keimen reinigt. Die kleinen Wunden verheilen meist gut und bleiben unsichtbar. Die Behandlung sollte je nach Schweregrad der Erkrankung ca. 1 bis 2 mal wiederholt werden.

Einsatzgebiete können u.a. sein:

- Allgemeine Gelenkserkrankungen, wie z.B. Arthritis, Arthrose, Spat
- Hufrollenerkrankung
- Kniegelenksarthrose, Schale
- Sehnenentzündungen

- Fesselträgerschaden
- Schleimbeutelentzündung
- Bluterguss
- Akute Rehe
- Patellaluxation
- Hüftgelenksdysplasie bei Hunden
- Bandscheibenvorfälle bei Hunden